Matriarchat
Montag, 14. Januar 2008 — BB1970Matriarchat ist nicht einfach Patriarchat mit umgekehrten Vorzeichen oder sowas in der Art - denn das wäre ja dann quasi Frauenherrschaft im Sinne von Female Domination und das ist was ganz anderes… doch da ja noch nicht viele Menschen wirklich wissen, was sie sich unter Matriarchalen Gesellschaften vorstellen sollen (obwohl es sowas im Gegensatz zu den üblichen FemDom-Phantastereien ja auch wirklich im richtigen Leben gab und sogar immer noch gibt), scheint da zuweilen ziemliche Verwirrung zu herrschen.
Tröstet euch, mir ging’s früher auch nicht besser, wenn ich als Mädchen davon träumte, eine Mächtige Hexe oder Amazonenkriegerin zu sein oder sowas in der Art - besonders wenn mir Jungs und Männer irgendwie besonders auf den Keks gingen und ich mir dann ausmalte, was ich mit denen alles anstellen könnte, nicht nur mit Magie und Hexerei, sondern auch mit Schwert, Peitsche und sogar Strahlenkanone… Hey, ich war eben schon damals eine Moderne Amazone und habe auch von Abenteuern auf anderen Welten geträumt, selbst wenn ich dann statt auf einem feurigen Ross mit Sternschiffen im Hyperdrive unterwegs war - aber das ist eine andere Geschichte!
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Na ja, in Tat und Wahrheit sind Matriarchate weitaus weniger spektakulär, denn es sind Egalitäre Gesellschaften, wo es um Konsens, Ausgleich und Verwandtschaft ohne Hierarchien geht - also lange nicht so aufregend wie Intrigenspiele mit Mord und Totschlag, wie es früher in irgendwelchen Herrscherhäusern gang und gäbe war und auch heute noch in der Politk, wo die Mächtigen oft nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und man im gemeinen Volk selber schauen muss, wo man bleibt… was natürlich auch oft dazu führt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer grösser wird, denn selbstverständlich gehen Macht und Reichtum stets Hand in Hand im Patriarchat, während im Matriarchat eben darauf wert gelegt wird, dass alles immer wieder ausgeglichen wird.
Wie auch immer.
Herzerweichende Geschichten wie der Prinz und der Bettelknabe und andere Schnulzen, wo irgendwelche arme Waisenkinder es furchtbar schwer haben und blah blah blah - sowas gibt’s im Matriarchat wohl alles nicht, weil’s da nämlich gar keine Waisenhäuser gibt. Nicht dass nicht auch in Matriarchalen Gesellschaften Leute sterben und Kinder hinterlassen… aber da Kinder ja von Anfang an von der ganzen Sippe bzw. vom ganzen Dorf aufgezogen werden, bleiben sie nie wirklich verwaist und müssen darum auch nicht unbedingt zwangsläufig in die weite Welt hinaus, um haarsträubende Abenteuer zu erleben etc.pp.
Und natürlich würde sich in Matriarchalen Gesellschaften auch nie herausstellen, dass ein armes Findelkind in Wirklichkeit ein Prinz oder ne Prinzessin ist oder sowas in der Art! Denn einerseits gibt’s da sowieso keinen Grund, je in panischer Verzweiflung ein Kind auszusetzen, wo doch die ganze Sippschaft dafür sorgt und eine junge Mutter damit nie allein gelassen würde, zumal ungewollte Schwangerschaften sowieso ziemlich unwahrscheinlich wären. Und andererseits sind Prinzen und Prinzessin da eher selten - denn wie gesagt gibt’s da ja keine Monarchien mit Absolutistischer Herrschaft oder sowas in der Art.
Alles in allem also nicht gerade viel Stoff für Abenteuerschnulzen und Seifenopern - denn wer will schon zusehen, wie allenfalls auftretende Konflikte einfach friedlich ausdiskutiert werden?
Doch natürlich ging es nur so lange wirklich friedlich zu, bis Matriarchale Völkerschaften auf Patriarchale Horden trafen, die nicht viel von friedlichen Diskussionen hielten…
TBC | WIP | Noch in Bearbeitung!
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Okay, was mir sonst schon so untergekommen ist zu dem Thema findet sich immer wieder in meinem Sammelsurium, insbesondere auch hier:
- Matriarchat/Patriarchat
Quellen/Links:
B.B.’s Sammlung i.S. Menschliche Natur und Kultur
B.B.’s Del.icio.us: Matriarchat/Patriarchat
Und insbesondere natürlich Hannelore’s Seiten
Literatur (d.h. richtig auf Papier) unter anderem…
sowie noch anderer Kram, an den ich mich vielleicht später wieder erinnere…








Donnerstag, 3. April 2008 um 5:19 Uhr nachmittags
Minangkabau!
Die Minangkabao/Menangkerbau sind ein
matristisches Volk auf Sumatra, seit
einigen Generationen allerdings
islamisch überlagert (patriarchales
Scharia-Eherecht usw.)
Haus, Feld = Frauenbesitz,
Zugtier/Wasserbüffel, Pflug (!) = Männersache.
MATRILOKAL, d.h. der Mann zieht in das
Haus der Frau. Neuerdings allerdings
Imam-Ehe ‘obendrauf gesetzt’,
ganz neuerdings Islamisierung
Marke Saudis/Wahhabiten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Minangkabau
In Südasien:
Kulturell verwandt:
Garo, Khasi; Naga
http://en.wikipedia.org/wiki/Meghalaya#Culture_and_society
http://www.saunalahti.fi/penelope/Feminism/KhasiGaro.html
Ob ‘unsere’ Hinkelsteinsetzer in
der Bretagne (Menhire von Carnac)
VORkeltischer Zeit auch so gelebt
haben wie die Minangkabau?
Wir werden es wohl nie wissen…
Gruß
Jacques Auvergne
http://jacquesauvergne.wordpress.com/